Wenn der Baum brennt!

Wenn der Baum brennt!

 

Brennt ein Weihnachtsbaum ab, muss der Wohngebäudeversicherer zahlen, auch wenn der Baum aufgrund längerer Standzeit und Heizung am Standort trockener war als ein frisch geschlagener Baum (Urteil des LG Oldenburg vom 08.07.2011 (13 O 3296/10).

 

Entscheidend war in der Entscheidung des LG Oldenburg, dass der Baum unter ständiger Aufsicht einer erwachsenen Person gestanden hat. Auch wenn der Hauseigentümer nach dem Anzünden der Baumkerzen den Baum nicht durchgängig beobachtet habe, so war doch Sorge dafür getragen, dass der Baum durch eine im Wohnzimmer ständig anwesende erwachsene Person beaufsichtigt wurde. Damit konnte der Versicherer grobe Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalls nicht einwenden und seine Leistung nicht verweigern, auch wenn sich neben dem Baum im Wohnzimmer weder ein Löscheimer noch Löschdecken befunden haben. Grobe Fahrlässigkeit sahen die Oldenburger Landrichter auch nicht darin, dass der Hauseigentümer den brennenden Baum nach draußen ziehen wollte, dazu die Terrassentür öffnete und damit die Brandentwicklung noch deutlich beschleunigt wurde. Schließlich konnte der Versicherer keinen Fahrlässigkeits-vorwurf daraus ableiten, dass die Kerzen etwa nicht ordnungsgemäß bzw. auf sorg-lose Weise in die dafür vorgesehenen Halterungen eingesteckt wurden. Ein derartiger Nachweis ließ sich nicht führen.

 

Rechtsanwalt Cnud Hanken