Reisemangel auf dem Traumschiff

Reisemangel auf dem Traumschiff

 

Wir stecken mitten in den Sommerferien und da stellen sich erneut Fragen im Hinblick auf das Reiserecht und eventuelle Reisemängel. Diese können eine Reisepreisminderung zur Folge haben.

Einen unüblichen Fall hatte das Amtsgericht Bonn zu entscheiden (Az. 101 C 423/15).

 

Ein Ehepaar hatte eine Kreuzfahrt auf der MS Amadea gebucht. An Bord wurden Sie dann davon überrascht, dass dort Dreharbeiten zur Fernsehserie „Traumschiff“ stattfanden. Diese Serie spielte ursprünglich auf einem anderen Schiff, das wegen einer Insolvenz jedoch nicht mehr zur Verfügung stand. Das Ehepaar fühlte sich durch die Dreharbeiten gestört, da Bereiche des Schiffes zeitweise gesperrt waren. Zudem gab es Lärm durch Kulissenaufbauten sowie Anweisungen des Regisseurs.

 

Sie machten daher einen Reisemangel geltend und forderten eine (teilweise) Rückerstattung des Kaufpreises.

 

Das Gericht sprach den Klägern 20 % des Reisepreises zu. Da nicht die Möglichkeit bestand, zu jeder Zeit alle Bereiche und Einrichtungen zu nutzen, sei die Reise nicht vertragsgemäß durchgeführt worden.

 

Autor: Rechtsanwalt Gerrit Fiene