Hilfe, es weihnachtet sehr! (Teil 4)

Wohin mit den Geschenken?

 

 

Es gibt nichts Schöneres als Geschenke, mit denen niemand etwas anfangen kann.

Nachdem man sich am Anfang kaum traut dies auszusprechen, geht es doch meistens am 27.12. direkt zum Umtausch.

 

Aber was wenn das Geschäft den Umtausch verweigert? In der Praxis mag dies selten vorkommen, aber rechtlich gesehen besteht kein Anspruch auf einen Umtausch. Die Geschäfte machen dies aber zumeist aus Gründen der Kulanz, wenn jedenfalls der Kassenbeleg vorgezeigt wird und die Ware noch in Ordnung ist.

 

Das oft zitierte Widerrufsrecht gilt nicht für Waren, die in einem Laden gekauft werden. Denn dort besteht eine Prüfungsmöglichkeit. Eben die fehlende Möglichkeit zur Überprüfung der Ware rechtfertigt erst das 14-tägige Widerrufsrecht im Fernabsatzhandel.

Davon umfasst sind beispielsweise Bestellungen bei einem Online-Händler. Dieser ist im benannten zeitlichen Rahmen zur Rücknahme verpflichtet.

 

Das bedeutet (wenn man sicher gehen möchte), dass Waren erst so bestellt werden sollten, dass nach Weihnachten noch das Widerrufsrecht ausgeübt werden kann.

Für den Fristbeginn zählt dabei die Lieferung. Relativ sicher ist man daher, wenn die Lieferung für die Woche vor Heiligabend angepeilt wird. Also rechtlich sicher, denn rein tatsächlich kann es natürlich gerade bei den kurzfristigen Einkäufen dazu kommen, dass diese wegen Lieferschwierigkeiten oder wetterbedingten Auslieferungsproblemen zu spät ankommen.

 

Dann stellt sich die Frage, was besser ist: Gar kein Geschenk oder ein doofes Geschenk, dass nicht mehr zurückgeschickt werden kann?

 

Bei einem objektiv qualitativ mangelhaften Geschenk sind natürlich unabhängig von einem vorhandenen Widerrufsrecht auch die kaufrechtlichen Gewährleistungsansprüche anwendbar. Zu beachten ist hier, dass der Käufer als Vertragspartner des Verkäufers und nicht der Beschenkte anspruchsberechtigt ist.

 

Aber selbstverständlich wird es in diesem Jahr nur tolle Geschenke geben, sodass die angesprochenen Probleme lediglich theoretischer Natur sind.

 

Autor: Rechtsanwalt Gerrit Fiene