Hilfe, es weihnachtet sehr! (Teil 3)

Der mangelhafte Weihnachtsbaum

 

Nachdem die Dekoration rund um das Haus angebracht ist, wird es Zeit für den Kauf des Weihnachtsbaums.

Selbstverständlich darf dieser keinesfalls eigenhändig im Wald geschlagen werden.

Daher gehen die meisten Leute zum professionellen Händler. Bei dem dort erworbenen Baum gelten natürlich auch die Gewährleistungsvorschriften des BGB.

Das bedeutet, bei einem mangelhaften Baum kann eine Nacherfüllung gefordert werden und wenn diese nicht erfolgt ist eine Rückabwicklung möglich.

Mangelhaft ist der Baum, wenn er (außer bei einer konkret vereinbarten Beschaffenheit), wenn er nicht der üblichen, allgemein bei einem Weihnachtsbaum zu erwartenden, Beschaffenheit entspricht. Dies dürfte insbesondere dann vorliegen, wenn der Baum bereits kurz nach Kauf anfängt Nadeln zu verlieren. Denn üblicherweise wird erwartet, dass der Baum das Weihnachtsfest übersteht.

Ist der mangelfreie Baum dann im Wohnzimmer aufgestellt ist darauf zu achten, dass er nicht abbrennt.

Daher ist insbesondere darauf zu achten, dass entweder gar keine echten Kerzen benutzt werden oder jedenfalls bei der Benutzung äußerst sorgfältig vorgegangen wird.

Nach einem Urteil des OLG Schleswig-Holstein (AZ: 2 U 161/99) liegt eine grobe Fahrlässigkeit, und damit ein jedenfalls teilweiser Leistungsausschluss der Versicherung, vor, wenn die Kerzen über einen Zeitraum von ca. 15-20 Minuten unbeaufsichtigt gelassen werden.

Aber auch bei einem Eintritt der Versicherung gibt es sicherlich schönere Ereignisse als ein Hausbrand zu Weihnachten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dann auch der draußen kraxelnde Weihnachtsmann in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

 

In Teil 4 geht es dann um die Geschenke.

 

Autor: Rechtsanwalt Gerrit Fiene