Reisemangel Teil 2

Da die Ferienzeit noch immer nicht beendet ist, können weiterhin interessante Situationen auftreten, mit denen sich nach Rückkehr von der Reise dann die Gericht beschäftigen dürfen.

 

Die erste Frage ist dann wie immer: Ist das, was dort vorgefallen ist, als Reisemangel zu qualifizieren, für den der Reiseveranstalter haftet?

Neuer Fall (OLG Düsseldorf, Az. I-21 U 67/14):  Ein Urlauber verunglückte beim Aufstellen seines Liegestuhls. Ein defektes Kopfteil war nach hinten weggeklappt und trennte ihm dabei die Fingerkuppe ab.

 

Reisemangel ja oder nein?

 

Nein, sagt das Gericht. Der Reiseveranstalter sei zwar grundsätzlich für die Sicherheit im Zielort verantwortlich. Es können ihm aber lediglich zugemutet werden, den allgemeinen baulichen Zustand der Anlage zu überprüfen. Es könne aber nicht verlangt werden, dass jedes Möbelstück überprüft wird.

Insbesondere sei der Veranstalter verpflichtet, alle sicherheitsrelevanten Teile zu untersuchen, wovon eine Liege jedoch nicht umfasst sei.

 

Wieder muss ein Gericht die Haftung des Reiseveranstalters eingrenzen. Dieser hat zwar viele Pflichten und kann schnell in die Haftung geraten, ihm ist aber auch nicht jede Kontrolle zumutbar.

Diese Rechtsprechung mag für den Betroffenen wenig zufriedenstellend sein; für die Allgemeinheit ist sie dies aber sehr wohl. Denn je mehr Pflichten dem Reiseveranstalter auferlegt werden, desto mehr Kosten fallen dort an, die dann auf alle Kunden umgelegt werden.

 

Autor: Rechtsanwalt Gerrit Fiene