Schmerzensgeld und Schadensersatz im Berufsausbildungsverhältnis

 

Das Bundesarbeitsgericht hat am 19.03.2015 entschieden, dass Auszubildende, die einen Kollegen schädigen, ohne Rücksicht auf ihr Alter nach den gleichen Regeln wie andere Arbeitnehmer haften.

 

Der Kläger nahm den Beklagten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Anspruch.

 

Der Kläger und der Beklagte waren Auszubildende in einem Kfz-Handel mit angeschlossener Werkstatt. Der damals 19-jährige Beklagte warf am 24.02.2011 ohne Vorwarnung mit vom Kläger abgewandter Körperhaltung ein ca. 10 g schweres Gewicht hinter sich. Dieses traf den Kläger am linken Auge, am Augenlid und an der linken Schläfe. Der Kläger trug eine Hornhautverletzung sowie eine Oberlidrandverletzung davon und wurde in einer Augenklinik behandelt, wo er bis zum 03.03.2011 verblieb. Der Kläger hat eine massive Sehverminderung am linken Auge, eine vernarbte Hornhaut und ist aufgrund dieser Einschränkungen nicht in der Lage, räumlich zu sehen.

 

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte den Beklagten in 1. Instanz zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € verurteilt und zum Ersatz sämtlicher aus dem Vorfall resultierender Schäden. Hiergegen hatten beide Parteien Berufung zum Hessischen Landesarbeitsgericht eingelegt. Am 20.08.2013 verurteilte das Landesarbeitsgericht den Beklagten zur Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 25.000 € und bestätigte das Urteil im Übrigen.

 

Das Bundesarbeitsgericht hat die Revision des Beklagten verworfen und festgestellt, das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hessen sei ohne Rechtsfehler. Auch sei die Höhe des Schmerzensgeldes nicht zu beanstanden. Das Bundesarbeitsgericht hat ausgeführt, dass auch Auszubildende ohne Rücksicht auf ihr Alter nach den Regeln haften, die auch für Arbeitnehmer gelten.

 

Das Urteil liegt bisher nur als Pressemitteilung vor (www.bundesarbeitsgericht.de).

 

BAG Urteil vom 19.03.2015 – 8 AZR 67/14 –

vorgehend

Hess. Landesarbeitsgericht Urteil vom 20.08.2013 – 13 Sa 269/13 –

Arbeitsgericht Frankfurt Urteil vom 24.01.2013 – 19 Ca 4510/12 –

 

 

Autorin: Rechtsanwältin Reina Gronewold