Badeverbot wegen Haiangriffen ist kein Reisemangel

Pünktlich zur Hauptreisezeit stellt sich vielfach die Frage nach den rechtlichen Fragstellungen, die sich bei der Durchführung einer Urlaubsreise ergeben können.

Grundsätzlich finden sich im BGB spezielle Vorschriften für das Reiserecht, die bei sogenannten Pauschalreisen Anwendung finden.

Hier haftet der Reiseveranstalter für auftretende Reisemängel.

Es stellt sich aber in gerichtlichen Streitigkeiten oftmals die Frage, was denn eigentlich ein Reisemangel ist und welche Entschädigung der Reisende verlangen kann.

Eine Entscheidung des Amtsgerichts München, Urteil vom 14.12.2012 – 242 C 16069/12 hatte einen Sachverhalt zur Grundlage, der sicherlich insbesondere für Urlauber in südlichen Gefilden interessant sein könnte.

Bei einem Urlaub auf den Seychellen konnte ein Ehepaar an einzelnen Stränden nicht im Meer baden, weil die örtlichen Behörden aufgrund eines vorherigen Haiangriffs ein Badeverbot ausgesprochen hatten.

Das Ehepaar fühlte sich durch diese Sperrung in seinen Urlaubsfreuden beeinträchtigt und machte einen Reisemangel geltend.

Der Klageantrag zielte auf die Rückerstattung des hälftigen Reisepreises.

Das Amtsgericht München wies die Klage jedoch ab.

Der Reiseveranstalter habe keine Verpflichtung, dem Reisenden ein ungefährdetes Schwimmen im Meer zu ermöglichen. Die Nutzung der Strände sei nicht beeinträchtigt gewesen.

Ein Badeverbot stelle mithin keinen Reisemangel dar, insbesondere weil es sich ja auch um eine Schutzmaßnahme zugunsten der Urlauber handele.

Dieses Urteil ist sicherlich nachvollziehbar, auch weil der Haftung des Reiseveranstalters Grenzen gesetzt werden müssen.

Möglicherweise wird nun die Urlaubsplanung um einen Aspekt erweitert werden müssen. An der Nordsee beispielsweise ist ein Badeverbot wegen befürchteter Haiangriffe jedenfalls  ein eher seltenes Phänomen.

 

Autor: Rechtsanwalt Gerrit Fiene