Einsatz von Softair-Pistolen bei Kindern

Wie Sie der Presse haben entnehmen können, konnten wir für unsere Mandantschaft auch in der zweiten Instanz das Oberlandesgericht davon überzeugen, dass es bei Kindern im Hinblick auf die Gefährlichkeit von Softair-Pistolen erforderlich ist, dass die Sorgeberechtigten eine umfassende Kontrolle über den Einsatz solcher Softair-Waffen seitens ihrer Kinder behalten.

Es müsse gewährleistet sein, dass zeitnah eingegriffen werden könne, so das OLG Oldenburg.

Was war passiert?

Vier Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren spielten zusammen auf einem Parkplatz. Der Sohn der Beklagten und ein weiteres Kind hatten Softair-Pistolen dabei und trugen Schutzbrillen. Die beiden anderen Kinder, u.a. der Kläger hatten einen solchen Schutz nicht.

Bei einem vom Sohn der Beklagten abgegebenen Schuss wurde der Kläger am linken Auge verletzt. Er erlitt durch das Geschoss eine schwere Verletzung am linken Auge.

Der Haftpflichtversicherer der Mutter hatte den Schaden nur zu 25 % übernehmen wollen. Damit konnte sich unsere Mandantschaft natürlich nicht zufrieden geben.

Die Zivilkammer des Landgerichts und der Senat des OLG Oldenburg nahmen hingegen eine 100 %-ige Haftung der Mutter an.

Der Senat hat eine Aufsichtspflichtverletzung der allein sorgeberechtigten Mutter festgestellt und dazu ausgeführt, bei Softair-Pistolen handele es sich um Gegenstände mit deutlich erhöhtem Gefahrenpotenzial. Sie könnten zwar regelmäßig keine lebensgefährlichen Verletzungen herbeiführen, seien aber geeignet, nicht unerhebliche Verletzungen an empfindlichen Körperteilen zu verursachen. Hinzu komme als spezifische Gefahr bei Jugendlichen, dass sich beim Einsatz solcher Softair-Waffen ein Wettkampfgefühl bis hin zu einem übersteigerten „Jagdeifer“ entwickeln könne, was zu einem gefährlichen, unüberlegten, ungesteuerten und exzessiven Einsatz solcher „Spielzeugwaffen“ führen kann.